<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title></title>
	<atom:link href="https://changingheart.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://changingheart.de/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Wed, 26 Nov 2025 11:55:40 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://changingheart.de/wp-content/uploads/2022/01/cropped-android-chrome-512x512-1-32x32.png</url>
	<title></title>
	<link>https://changingheart.de/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Naturverbundenheit – zwei praktische Tipps für Naturverbindung</title>
		<link>https://changingheart.de/naturverbundenheit-zwei-praktische-tipps-fuer-naturverbindung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 11:55:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverbindung]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverbunden]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverbundenheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://changingheart.de/?p=3564</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag unserer Visionssuche auf dem Hochmoor im englischen Nationalpark Dartmoor laden wir unsere Teilnehmenden immer zu einem „Connection to Nature Walk“ ein, einen Spaziergang für Naturverbundenheit. Wir gehen entlang der geschwungenen Hügel, durch brusthohe Farne („Bracken“) und moosumsäumte Bäche. Dabei leiten wir immer wieder verschiedene Erfahrungen an, auf die man sich in seiner [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/naturverbundenheit-zwei-praktische-tipps-fuer-naturverbindung/">Naturverbundenheit – zwei praktische Tipps für Naturverbindung</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am ersten Tag unserer <a href="https://changingheart.de/programm-persoenlichkeitsentwicklung/visionssuche-2026/">Visionssuche</a> auf dem Hochmoor im englischen Nationalpark Dartmoor laden wir unsere Teilnehmenden immer zu einem „Connection to Nature Walk“ ein, einen Spaziergang für Naturverbundenheit. Wir gehen entlang der geschwungenen Hügel, durch brusthohe Farne („Bracken“) und moosumsäumte Bäche. Dabei leiten wir immer wieder verschiedene Erfahrungen an, auf die man sich in seiner eigenen Weise einlassen kann. Meist kehrt dann so etwas wie eine ehrfürchtige Stille in die Gruppe ein. Es macht etwas mit einem, sich des Lebens um einen herum bewusst zu werden.</p>



<p>Aber wie geht das eigentlich, mit der Natur – oder mit <em>irgendwas – </em>in Kontakt zu kommen? Wie werde ich naturverbunden? Nun, das ist ein riesiges Feld, und wenn dich das interessiert, dann nimm gerne eines der Angebote von Changing Heart wahr. Wenn du aber für dich selbst gerne mal damit experimentieren möchtest, gibt es hier zwei praktische Tipps, mit der Natur in Kontakt zu kommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nimm dir Zeit</h3>



<p>In einem Newsletter habe ich mal von einer Studie gelesen, die untersuchte, wie sich unsere durchschnittliche Gehgeschwindigkeit im Lauf des letzten Jahrzehnts verändert hat. Du kennst das bestimmt: Wenn du zu einem wichtigen Termin gehst oder viel zu erledigen hast, gehst du schneller als vielleicht an einem freien Sonntagnachmittag. Das Spannende daran: Dieses innere Tempo wirkt tief in uns hinein und bestimmt buchstäblich, wie wir durchs Leben gehen. Die TU-Chemnitz hat dazu eine <a href="https://www.tu-chemnitz.de/tu/pressestelle/2003/06.17-11.06.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">umfangreiche Studie</a> durchgeführt und kommt zu dem Schluss: „Das Gehen spiegelt das allgemeine Lebenstempo wieder, in dem ein Mensch lebt und in dem er kulturell verankert ist.“ So kam die erwähnte Studie zu dem Ergebnis, dass wir heute schneller gehen als noch vor zehn Jahren. Warum ist das bemerkenswert?</p>



<p>Das Tempo, mit dem du unterwegs bist, bestimmt deine Wahrnehmung. Ein Experiment mit der Zeit wäre es darum, bei einem Spaziergang in deinem normalen Tempo zu gehen und dann eine kurze Pause einzulegen. Geh einen Moment lang in dich und erinnere dich, was du gerade von deiner Umgebung wahrgenommen hast.</p>



<p>Dann geh weiter, aber halbiere dein Tempo. Geh eine Weile so und beobachte dabei, was mit Deiner Wahrnehmung geschieht. Wirst du auf andere Dinge aufmerksam als vorher? Wie nimmst du deine Umgebung jetzt wahr? Wie fühlt sich das an?&nbsp;</p>



<p>Wenn du magst, kannst du das Tempo noch weiter reduzieren und beobachten, ob sich wiederum etwas verändert.</p>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="414" src="https://changingheart.de/wp-content/uploads/2025/11/Kontakt-zur-Natur-1200-1024x414.jpg" alt="Kontakt zur Natur – schwarzer Käfer auf einem Ast" class="wp-image-3563" srcset="https://changingheart.de/wp-content/uploads/2025/11/Kontakt-zur-Natur-1200-1024x414.jpg 1024w, https://changingheart.de/wp-content/uploads/2025/11/Kontakt-zur-Natur-1200-768x310.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Geh nah ran</h3>



<p>Ein anderes Feld für Kontakt ist die Nähe. Beobachte dabei, an was du bei deinem Spaziergang so alles vorbeigehst. Ein Baum, ein Hügel, eine Blume, ein Bach, Krähen in einem Baumwipfel … Achte mal darauf, wie etwas im Außen in den Raum deiner Wahrnehmung eintritt und wann es durch irgendetwas anderes ersetzt wird. Vermutlich geschieht das in einer recht kurzen Zeitspanne, weil auf einem Spaziergang ja viele Dinge um dich herum sind. Deshalb ist das Verlangsamen hilfreich, denn so gibst du dir mehr Zeit für Naturverbundenheit.</p>



<p>Wähle nun etwas aus – vielleicht einen Baum, eine Blume, einen Ameisenhaufen, einen Platz am Bachufer – und gehe nah ran. Beobachte das Gegenüber, das du dir ausgesucht hast. Vermutlich fallen dir verschiedene Dinge auf, Farben, Formen, Gerüche, Geräusche, Bewegungsmuster. Es kann gut sein, dass ein Punkt für dich kommt, an dem du denkst: Alles klar, jetzt hab ich alles gesehen. Bleib an der Stelle noch ein paar Momente länger bei deinem Gegenüber und horche mal in dich hinein, was in dir gerade vorgeht. Welche Rolle spielt dabei das Gegenüber? Ist es reines Objekt, oder berührt es dich in irgendeiner Art und Weise? Wie?</p>



<p>Geh anschließend weiter und spüre noch einem Moment nach, wie es jetzt anders in dir ist, nachdem du diese Begegnung gehabt hast. Spürst du Verbundenheit in irgendeiner Form? Wie fühlt sie sich an? Wie fühlt sich das Spazierengehen jetzt an?&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Naturverbunden durchs Leben</h3>



<p>Vielleicht ergeht es dir ja ähnlich wie vielen unserer Visionssuchenden – für sie ist diese Übung oft ein großes Aha-Erlebnis. So etwas wie ein erster Schritt, um wahrzunehmen, dass da viel mehr um uns herum ist, als wir oft in unserer Geschäftigkeit und Konditionierung zulassen. Dass da noch viel mehr geht. Naturverbunden werde ich, wenn ich meine Aufmerksamkeit für die Natur um mich herum öffne. Dann erkenne ich möglicherweise, wie sie mit meiner eigenen Natur verbunden ist. Das ist dann tatsächlich im besten Sinne „bewusstseinserweiternd“.&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/naturverbundenheit-zwei-praktische-tipps-fuer-naturverbindung/">Naturverbundenheit – zwei praktische Tipps für Naturverbindung</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gedanken und Fürze</title>
		<link>https://changingheart.de/gedanken-und-fuerze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2020 15:29:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mehr Selbstvertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbewusstsein stärken]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://wildandhome.eu/?p=1216</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wenn unsere Welt zusammenbricht, dann stürzen wir ganz leicht in Verzweiflung. Doch wenn Dinge vergehen ist das auch immer eine Möglichkeit für Neues. Man kann eine Krise also als Chance sehen – eine Karte, die uns das Leben zuspielt, damit wir Dinge verändern können. Vielleicht ja sogar, damit Träume wahr werden. Und all das beginnt mit einem Gedanken.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/gedanken-und-fuerze/">Gedanken und Fürze</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Gedanken und Fürze</h2>



<p>Die meisten Dinge, die Menschen geschaffen haben, begannen mit einem Gedanken. Es ist diese Idee, die absurd klingt, zu weit hergeholt und völlig unrealistisch – diese Idee, die schließlich die Welt wie wir sie kennen verändern wird; und dieselben Leute, die zuvor nicht müde wurden, sie zu verspotten, tun plötzlich so, als hätten sie es schon immer gewusst und die Sache sei das Normalste der Welt.</p>



<p>Mitte des 19. Jahrhunderts träumte ein französischer Jura-Student nicht nur davon, Schriftsteller zu werden. Er ließ seinen Gedanken freien Lauf und dachte sich eine Maschine aus, mit der Menschen auf den Mond fliegen können. Fast genau einhundert Jahre danach (104, um genau zu sein) betraten erstmals zwei Menschen den Mond. Was am Schreibtisch des Poeten irgendwo in Frankreich als Gedanke begonnen hatte, wurde zu einer Wirklichkeit, die Geschichte schrieb. Jules Verne, der Autor, hatte nicht nur eine Idee in unser kollektives Denken gesät, sondern ganz nebenbei auch noch die Science Fiction erfunden.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Corona und Zwangspause unseres geschäftiges Lebens</h3>



<p>Wir leben in Zeiten, die zunehmend besorgniserregend sind. Vor nur wenigen Monaten waren die Schlagzeilen voll mit der heraufziehenden Katastrophe durch den Klimawandel, die immer mehr Menschen als eine der größten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte zu verstehen beginnen. Jetzt ist es ein Virus, das mehr und mehr Bereiche unserer ach so dominanten Spezies – der Menschheit – in Schach hält. Im Moment weiß niemand, welche Folgen das alles haben wird, angefangen von der Börse bis zur Wirtschaft.</p>



<p>Aber vielleicht bringen uns diese gallopierenden Ereignisse ja nicht vom Regen in die Traufe. Merkwürdigerweise hat COVID-19 erreicht, was Greta und Millionen ähnlich denkender Menschen nicht geschafft haben – es hat unsere Emissionen auf bisher undenkbare Weise verringert. Und in einer Welt, in der niemand mehr Zeit zu haben scheint, sitzen die Menschen jetzt zuhause und haben eine Sache im Überfluss: Zeit. Man sagt, in Wuhan haben die Scheidungen deutlich zugenommen. Aber es wird zweifellos auch viele Menschen geben, die aus dieser Krise kommen und sich fragen, warum in aller Welt sie ihr Leben bisher voll mit Aktivitäten und Arbeit gestopft haben statt einfach mit ihrer Familie zu leben. Oder ihrem kreativen oder praktischen Talent, ihrer Leidenschaft.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h3 class="wp-block-heading">Krise als Chance: Ist es nicht schon lange „genug“?</h3>



<p>Unser aktuelles kapitalistisches Lebensmodell ist an vielen Stellen kaputt. Die beste Zusammenfassung, die ich bisher gehört habe, lautet: „Der Kapitalismus bezahlt seine Rechnungen nicht.“ Das gilt für Näherinnen und Näher in den Sweatshops in Bangladesch, die manchmal sogar mit ihrem Leben dafür bezahlen, dass wir hier im Westen billige Kleidung kaufen können. Und es gilt ebenso für die Kinder unserer Kinder, die in einer Welt leben müssen, die zunehmend unbewohnbarer für Menschen wird. Unendliches Wachstum in einer endlichen Welt kann nur für eine gewisse Zeit funktionieren, und das Ende dieser Zeit scheint jetzt gekommen. Wenn die Dekade der 20er vorbei ist, die ja kaum begonnen hat, dann wird die Welt radikal anders aussehen als die, die wir noch bis vor ein paar Wochen gekannt haben. Das gilt, wenn wir offen auf die Veränderungen zugehen. Es gilt aber auch, wenn wir uns ihr als hartnäckige Traditionalisten widersetzen. Es liegen enorme Veränderungen vor uns. Versuchen wir, uns gegen die Flut zu stellen, oder fließen wir mit ihr?</p>



<figure class="wp-block-image alignwide size-large"><img decoding="async" width="1024" height="512" src="https://wildandhome.eu/wp-content/uploads/2020/03/Thoughts-and-Farts-4-1200-1024x512.jpg" alt="" class="wp-image-1218" srcset="https://changingheart.de/wp-content/uploads/2020/03/Thoughts-and-Farts-4-1200-1024x512.jpg 1024w, https://changingheart.de/wp-content/uploads/2020/03/Thoughts-and-Farts-4-1200-768x384.jpg 768w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p>In den vergangenen Jahrzehnten gab es viele Ideen und Experimente für eine andere Art zu leben – dabei ging es um alles Mögliche, von Beziehungen über gemeinschaftliches Wohnen und Leben bis hin zur Wirtschaft und wie sehr wir die Umwelt belasten. Viele Leute suchten und suchen nach anderen Lebensweisen, auf der persönlichen wie auf der gesellschaftlichen Ebene. Und natürlich gibt es auch diejenigen, die diese Ideen lächerlich machen und ihnen widerstreben.</p>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<blockquote class="alignfull wp-block-ugb-blockquote ugb-blockquote ugb-26f5d12 ugb-blockquote--v3 ugb-blockquote--design-basic ugb-main-block ugb-main-block--inner-center ugb--has-block-background" id=""><style>.ugb-26f5d12 .ugb-blockquote__item{border-radius:0px !important}.ugb-26f5d12 .ugb-blockquote__quote{fill:#abb8c3 !important;opacity:0.5;width:120px !important;height:120px !important;left:100px !important;top:45px !important}.ugb-26f5d12 .ugb-blockquote__text{font-size:16px !important;font-weight:500 !important;letter-spacing:0.7px !important;line-height:1.4em !important}.ugb-26f5d12 .ugb-inner-block{text-align:left}.ugb-26f5d12.ugb-blockquote{min-height:360px;background-color:rgba(255,255,255,1)}@media screen and (-ms-high-contrast:active),screen and (-ms-high-contrast:none){.ugb-26f5d12.ugb-blockquote{height:360px}}</style><div class="ugb-inner-block"><div class="ugb-block-content"><div class="ugb-blockquote__item ugb--shadow-6"><svg viewbox="0 0 50 50" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" class="ugb-blockquote__quote" width="120" height="120"><path d="M22.3 30.5c0 6-4.8 10.8-10.8 10.8-2.3 0-4.5-.8-6.3-2-.9-.6-1.8-1.4-2.5-2.4-1.8-2.4-2.7-5.4-2.7-9 0-4.5 1.3-8.5 4-11.9 2.7-3.4 6.4-5.8 11.1-7.3v2.8c-2.7 2.2-4.4 5-4.9 8.3.4-.1.9-.1 1.3-.1 6-.1 10.8 4.8 10.8 10.8zm16.9-10.9c-.5 0-.9 0-1.3.1.5-3.3 2.2-6.1 4.9-8.3V8.7c-4.7 1.4-8.4 3.9-11.1 7.3-2.7 3.4-4 7.4-4 11.9 0 3.6.9 6.6 2.7 9 .8 1 1.6 1.8 2.5 2.4 1.8 1.3 3.9 2 6.3 2 6 0 10.8-4.8 10.8-10.8 0-6-4.8-10.9-10.8-10.9z"></path></svg><div class="ugb-blockquote__content"><p class="ugb-blockquote__text">Deine Zeit ist begrenzt. Verschwende sie nicht, indem du das Leben von jemand anderen lebst. Lass dich nicht von Dogmen gefangen halten – was bedeutet, mit dem zu leben, was andere Menschen sich ausgedacht haben. Lasse es nicht zu, dass der Lärm anderer Meinungen deine eigene innere Stimme erstickt. Und, was am wichtigsten ist: Habe den Mut, deinem Herz und deiner Intuition zu folgen.<br>Steve Jobs</p></div></div></div></div></blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Zeit, die Welt anders zu sehen</h3>



<p>Was wäre, wenn wir in dieser Zeit nicht in Panik und Verzweiflung stürzen über den Zusammenbruch unserer Welt, sondern die aktuellen Ereignisse vielmehr als den „Reset“ betrachten, der ohnehin schon lange anstand? Dann könnte das eine Zeit sein, in der wir uns eine neue Welt erträumen. Etwa eine, in der wir nicht Maschinen dienen, sondern die Maschinen uns. Wo nicht dem einen Prozent die Neunundneunzig gehören, sondern wo wir teilen – weit mehr als nur Geld und Materielles. Wo Arbeit sinnstiftend ist und sich um Talent und persönlichen Ausdruck dreht. Wo wir in Konzepten denken, die auf Kreisen und Kreisläufen beruhen und nicht auf Pyramiden und Linien. Wo Gier keine Tugend mehr ist, sondern ein Laster. Wo Großzügigkeit und Vertrauen uns herausfordern, unser Potenzial zu leben.</p>



<p>Die aktuelle Krise kann ein Weckruf für uns sein. In der Zeit, die wir jetzt haben, können wir uns über unsere Träume austauschen. Wie würde eine solche Welt aussehen, eine, in der du wirklich Lust hättest zu leben? Wie würdest du leben? Wie würde sich Arbeit anfühlen, wie sähe sie aus? Höre, was deine Freunde und vielleicht ja sogar Fremde träumen, und was dein Traum mit ihnen macht. Klar, manche Gespräch werden wohl eher ernüchternd laufen. Aber das ist ein guter Start – es zahlt sich aus, etwas Neues in einem nüchternen Zustand zu beginnen. Im Laufe vieler Unterhaltungen wird der Traum langsam klarer werden. Und wer weiß, was dadurch in Bewegung kommt. Denke nur an Jules Verne.</p>



<p>Ein Gedanke ist wie ein Furz. Ist er erst einmal draußen, kann keine Macht der Welt ihn wieder einfangen.</p>



<div style="height:40px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><em>Falls dich das anspricht, hinterlasse gerne einen Kommentar. Ich würde gerne von dir hören!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/gedanken-und-fuerze/">Gedanken und Fürze</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Männlichkeit ohne Mann-Box</title>
		<link>https://changingheart.de/maennlichkeit-ohne-mann-box/</link>
					<comments>https://changingheart.de/maennlichkeit-ohne-mann-box/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Aug 2017 18:12:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Selbstvertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wild and Home for Men]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://wildandhome.eu/?p=627</guid>

					<description><![CDATA[<p>Echte Männlichkeit zeigt sich darin, wer den Längsten hat. Wer immer kann. Und alles im Griff hat. Wirklich? Wir sitzen im Kreis, am Boden. Einige im Schneidersitz auf einem Schaffell, andere in ihren Back Jack gelehnt. Die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden, aber Fabian spricht noch. Sein Gesicht leuchtet im gelben Licht des [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/maennlichkeit-ohne-mann-box/">Männlichkeit ohne Mann-Box</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Echte Männlichkeit zeigt sich darin, wer den Längsten hat. Wer immer kann. Und alles im Griff hat. Wirklich?</p>
<p>Wir sitzen im Kreis, am Boden. Einige im Schneidersitz auf einem Schaffell, andere in ihren Back Jack gelehnt. Die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden, aber Fabian spricht noch. Sein Gesicht leuchtet im gelben Licht des frühen Abends. Er blickt auf den Talking Stick, den er mit beiden Händen hält, so, als würde er dort die richtigen Worte finden. Einen langen Moment ist es sehr still, nur ein Hund bellt irgendwo weit weg. Alle Augen ruhen auf Fabian.</p>
<p>„Es ist so“, fängt er leise an zu sprechen, „unsere Freunde sagen uns immer, dass wir das ideale Paar sind.“ In seiner Stimme ist ein ein explosiver Unterton, irgendwo im Dreieck zwischen Wut, Traurigkeit und Schmerz. „Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.“ Und dann fließt es aus ihm heraus, der Frust über den Traum, der nach außen so wunderbar aussieht. Wie in seiner Beziehung alles immer sorgfältig unter den Teppich gekehrt wird. Wie sie sich über die Jahre „totgeschont“ haben. Wie schon seit über einem Jahr nichts mehr im Bett läuft außer hirnlose Sitcoms auf dem Tablet.</p>
<p>Die anderen Männer hören zu. Ihre Augen sind wach, auf Fabian gerichtet. Die von Tom sind feucht, denn das, was er hört, lässt so brutal wieder Erinnerungen an seine Ehe wach werden, die vor ein paar Monaten geschieden wurde. Aber davon wird er später erzählen, wenn er den Talking Stick aufnimmt und über seine Erfahrung spricht.</p>
<h2>Männlichkeit und die Mann-Box</h2>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-640" src="https://wildandhome.eu/wp-content/uploads/2017/08/Männlichkeit-Mann-Box-klein2_400.jpg" alt="" width="400" height="400" />Die Szene ist typisch für die Art von Gesprächen, die im <a href="https://wildandhome.eu/council-unterstuetzte-kommunikation/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Council</a> bei <a href="https://wildandhome.eu/maennlichkeit/">Wild and Home for Men</a> ablaufen. Die Manngeburt ist eine Reise zur Männlichkeit, die über die leuchtenden Gipfel der Stärke ebenso führt wie durch die engen, stickigen Täler der Schatten, die wir alle mit uns herumtragen. Was mich über die Jahre an dieser Arbeit immer mehr fasziniert: Sie bringt ein Mannsein hervor, das die lahmen Klischees über „echte Männer“ hinter sich lässt. Wenn der Bullshit beiseite gelegt wird, dann kommt der Mann hervor, der ich wirklich bin. Und das sieht – ach, wie wunderbar bunt die Welt doch ist! – bei jedem anders aus. Echt eben, kein Klischee.</p>
<p>Mann hat’s allerdings auch nicht leicht in unserer Zeit. Was ist denn bitteschön ein echter Mann? Papa war den ganzen Tag in der Arbeit. Kindergarten, Schule: Meistens reine Frauendomäne, jedenfalls in der Grundschule. Von wem lernen wir Männlichkeit? Und welches Bild davon wird vermittelt? Frauen sind emanzipiert (oder sollen es zumindest sein). Und wir Männer? Irgendwo zwischen Frauenversteher und Macho, wobei beide Enden der Skala No-Go-Area sind. Das ist wie Gehen mit rohen Eiern in der Hosentasche.</p>
<p>Dann bleibt oft nur noch, dass man sich zusammenreißt – das macht ein echter Kerl ja sowieso – und wenigstens so gut wie möglich so tut, als wäre man ein Mann. Im englischen Sprachraum hat sich dafür ein Begriff etabliert: Die „Man Box“ – die „Benimm dich wie ein Mann“-Box.</p>
<h2>Bloß keine Schwäche zeigen</h2>
<p>Die Mann-Box ist ein Käfig aus Verhaltensweisen, mit denen Mann zeigt, dass man ein echter Mann ist. Also Bier mit den Kumpels bei Fast &amp; Furious oder Tränen mit ihr bei Titanic? Toyota Pickup oder Fiat 500? Rosa Hemd mit Blumen oder blaues Karo? Die Wahl fällt meistens ganz leicht, besonders dann, wenn wir wissen, dass andere davon Wind bekommen könnten.</p>
<p>Der amerikanische Autor David Murrow vergleicht das mit einem „Männlichkeitskonto“, das nie leer werden darf. Tue ich etwas, das „männlich“ ist, dann wächst der Kontostand. Werde ich bei etwas „Weibischem“ ertappt, fällt der Saldo ganz rapide. Deshalb kann Mann eben nur mit einem Augenzwinkern verraten (wenn überhaupt), dass am Ende von Titanic nicht nur die Freundin geflennt hat. Und manche Männer werden deshalb nie im Kaufhaus die Handtasche ihrer Süßen halten, während sie nach der perfekten Bluse sucht.</p>
<p>Der Mann in der Mann-Box ist groß, stark, muskulär. Er hat einen langen Penis, will immer, kann immer und kriegt sie immer. Er quatscht nicht, sondern tut. Er ist Polizist, Mechaniker oder CEO. Er trinkt Bier und isst Steak. Und natürlich weint er nie, außer vielleicht, wenn sein Verein Deutscher Meister wird.</p>
<p>Das ist die Währung, mit der Mann auf sein Männlichkeitskonto einzahlt. Gemüse essen, Mozart hören und keinen hochkriegen? Oh mei, oh mei … Da ist man gleich die Schwuchtel, das Mädchen, der Warmduscher.</p>
<h2>Der Abziehbild-Mann</h2>
<p>Das Perfide daran ist, dass wir als Männer schon von klein auf mehr oder weniger auf diese Schablone getrimmt werden. Und auch wenn wir erwachsen sind, werden wir immer wieder schön auf Kurs gehalten. Sei es durch Bemerkungen aus unserer Umgebung oder durch den breitbeinigen Macho im neuesten Actionfilm. Es sind nämlich bei weitem nicht nur Männer, die einen daran erinnern, wie Mann sich verhalten soll. Die Wissenschaftssendung Quarks &amp; Co etwa berichtet darüber, dass trotz aller Veränderungen in den letzten Jahrzehnten sowohl Männer als auch Frauen Männlichkeit so definieren: „Ein Mann ist ein Mann, wenn er dominant, stark und leistungsbewusst ist und logisch denkt“. Wenn die Sache so einfach ist, dann ist ja eigentlich alles klar, oder?</p>
<h2>Entdecke deine Superkräfte</h2>
<p>Nun, das bringt uns wieder zu Fabian und seiner Geschichte zurück. Denn den Eiertanz um das (Abzieh-)Bild von einem Mann hatte er ja bestens drauf. Trotzdem lief das Schiff seines Lebens damit auf Grund. Und die Standardlösung – nämlich „mehr vom Selben“ zu tun – hat die Sache auch nicht besser gemacht. Es war allerdings ein Riesenschritt nach vorn, die gut gehüteten Geheimnisse rauszulassen und zu zeigen, wie es ihm wirklich ging. Wie er sich mit der Situation fühlte.</p>
<p>Der Gegenentwurf zum typischen Männerbild ist nicht der Softie, sondern ein Mann, der alle seine Seiten integriert hat und lebt – auch die, die als „weiblich“ oder „schwach“ verpönt sind. Der Franziskanerpater Richard Rohr, einer der Pioniere der Männerarbeit, spricht in seinem Buch „<a href="https://www.amazon.de/Vom-wilden-Mann-zum-weisen/dp/353262334X" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Wilde Mann</a>“ davon, dass der Weg zu echter Männlichkeit immer über die „weibliche Seite“ des Mannes führt. Erst wenn die integriert ist, ist ein Mann dazu in der Lage, wirklich authentisch zu leben. Also ganz Mann zu sein. Das klingt vielleicht erst mal komisch. Werden damit nicht klare Grenzen verwischt?</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-636 alignright" src="https://wildandhome.eu/wp-content/uploads/2017/08/Männlichkeit_400.jpg" alt="Männlichkeit und Gefühle" width="400" height="400" />Besser verständlich wird es, wenn man es mal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Wer sensibel ist (noch so ein böses Wort …), der nimmt viel wahr. Drehen wir das um: Wer unsensibel ist, an dem gehen viele Dinge vorbei. Sensibel sein kann aber entscheidende Vorteile bringen. Beispielsweise wünschen wir uns einen Feuermelder, der „sensibel“ auf Rauch und Hitze reagiert und nicht erst dann losgeht, wenn wir schon erstickt oder verbrannt sind.</p>
<p>Diese anderen Qualitäten, die wir normalerweise nicht mit Männlichkeit in Verbindung bringen, stellen also Ressourcen dar. Sie geben mir, ums mal etwas markiger zu sagen, die Superkräfte der Frauen an die Hand. Und das macht mich als Mann runder, vielseitiger, beweglicher. Ich habe mehr Werkzeuge im Werkzeugkasten, um auf Situationen zu reagieren. Und kann damit das Leben besser meistern.</p>
<p>Aus dieser Perspektive wirkt dann die Mann-Box auf einmal wie ein Schweizer Offiziersmesser mit nur zwei oder drei Funktionen: Etwas lahm, wenn man weiß, dass das richtige Werkzeug die halbe Arbeit ist.</p>
<p><iframe loading="lazy" title="Sting describes what it means to be a man" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/jc-fFcq_ges?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
<h2>Probieren geht über Studieren</h2>
<p>Wie lernt Mann das also? Herzlichen Dank, dass du bis hierher gelesen hast. Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Lesen kann informativ sein, aber das kann man sich nicht wirklich anlesen. Anders sein als Mann braucht darum mehr als nur einen guten Vorsatz und Information. Viel leichter, tiefer und effektiver geht es, wenn man erlebt, wie man als Mann seine emotionalen Superkräfte anzapfen kann.</p>
<p>Nach meiner Erfahrung ist es effektiver, diesen Weg zusammen mit anderen Männern zu gehen. Denn gemeinsam lässt es sich erleben, was es heißt, mal wirklich mutig „aufzumachen“ und die Katze aus dem Sacke zu lassen. Und dann zu sehen, welchen Unterschied das bei mir selbst und bei anderen macht.</p>
<p>Mit genau diesem Ziel wurde die <a href="https://wildandhome.eu/maennlichkeit/">Wild and Home for Men</a> entwickelt. In dieser Männerinitiation ist es nicht selten, dass ein Mann klar Schiff macht und auf einmal genau weiß, was er zu tun hat. Der Weg dorthin führt aber oft erst einmal über den Abgrund von Schmerz, Trauer oder Wut. Für Fabian war die brutale Ehrlichkeit der Türöffner, mit dem das Unaussprechliche auf einmal da sein durfte – gehalten von einer Gruppe von Männern, die keine Angst hatten, sich schmerzlichen Gefühlen zu stellen. Das war für ihn der Anfang eines Neustarts.</p>
<p><em><strong>Fühlst du dich von der Mann-Box eingeengt? Welche Erfahrungen hast du mit Männerklischees gemacht? Hast du manchmal das Gefühl, bestimmte Teile von dir nicht leben zu können? Teile deine Erfahrung in einem Kommentar unten.</strong></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/maennlichkeit-ohne-mann-box/">Männlichkeit ohne Mann-Box</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://changingheart.de/maennlichkeit-ohne-mann-box/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Arrival: Bewusst werden heißt Entdecken</title>
		<link>https://changingheart.de/bewusst-werden/</link>
					<comments>https://changingheart.de/bewusst-werden/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jan 2017 14:39:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://wildandhome.eu/?p=588</guid>

					<description><![CDATA[<p>Nahezu alles, was wir um uns herum sehen, war zu irgendeinem Zeitpunkt lediglich ein Gedanke in irgendeinem Kopf. Es musste erst bewusst werden, ehe es werden konnte. Es war das, was „Realisten“ gerne als „Hirngespinst“ bezeichnen. Das schon Gewordene und die bekannten Bahnen sind für Realisten der Maßstab des Möglichen. Wirkungen und Risiken sind bekannt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/bewusst-werden/">Arrival: Bewusst werden heißt Entdecken</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nahezu alles, was wir um uns herum sehen, war zu irgendeinem Zeitpunkt lediglich ein Gedanke in irgendeinem Kopf. Es musste erst bewusst werden, ehe es werden konnte. Es war das, was „Realisten“ gerne als „Hirngespinst“ bezeichnen. Das schon Gewordene und die bekannten Bahnen sind für Realisten der Maßstab des Möglichen. Wirkungen und Risiken sind bekannt. Was sich bewährt hat, ist gut. Das Neue, Andere ist fragwürdig oder sogar bedrohlich. Und die Liste der Bedrohlichkeiten im Verlauf der Geschichte ist lang und voller Kuriositäten. Von lustigen Überzeugungen, wie etwa, dass Menschen sterben würden, wenn sie schneller als 25 km/h reisen – das hatten Skeptiker gegen die erste Bahnverbindung in Deutschland einzuwenden –, bis hin zu Alpträumen der Geschichte: Juden seien eine minderwertige Art von Mensch, oder Frauen seien eine Gefahr für die Kultur.</p>
<p>Wird diese Schranke der Furcht überwunden, warten auf uns neue Erfahrungen. Nicht alle sind „gut“ – also angenehm, freudig oder schmerzfrei. Aber aus allen lässt sich etwas lernen und die wenigsten sind so bedrohlich, dass man sie ganz meiden müsste. Hinter dieser Schranke des Unbekannten warten neue Welten – bewusst werden bedeutet ja, etwas zu wissen, das man vorher nicht wusste.</p>
<p>Als Steve Wozniak mit Steve Jobs in der Garage seiner Eltern an einem Personalcomputer (inzwischen schon ein veraltender Begriff!) arbeitete, fiel ihm siedend heiß ein: Er hatte ja einen Vertrag mit Hewlett-Packard, in dessen Rahmen er alle Ideen zuerst dort abliefern musste. Also vereinbarte er einen Termin und stellte die Idee eines PCs vor. Sein Ansprechpartner sah ihn völlig verständnislos an und fragte ihn, ob er allen Ernstes glaube, irgendjemand würde sich einen Computer ins Wohnzimmer stellen wollen. HP hatte also kein Interesse und Steve &amp; Steve gründeten die Computerfirma mit dem Apfellogo. Und so wurden der Mac mit der grafischen Benutzeroberfläche Wirklichkeit, das (legale) Herunterladen von Musik, Filme und Software aus dem Internet, das Smartphone …</p>
<p>Unser kollektives Bewusstsein als Gesellschaft bestimmt, was wir für wirklich halten und wie wir uns in der Welt bewegen. Es bestimmt, welche Realitäten wir jeden Tag durch unsere Entscheidungen erschaffen. Damit prägen wir die Welt und letztlich uns selbst. Ein Film, der das auf ganz beeindruckende Weise darstellt, ist <i>Arrival – </i>Science Fiction at it’s best.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/ZZtRaoFuJTQ" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<h2>Die Schranken der Wahrnehmung</h2>
<p>Ich möchte an dieser Stelle keine Filmkritik schreiben – eine gute findet sich zum Beispiel <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/denis-villeneuves-arrival-in-der-video-filmkritik-14539996.html" target="_blank">in der FAZ</a>. Aber vorweg der Spoiler-Alarm: Wenn du <i>Arrival</i> noch nicht gesehen hast und dir nicht die Überraschung verderben willst, lies lieber nicht weiter. Hier interessiert mich vor allem, wie die Story die Schranken in unserem Denken aufzeigt.</p>
<p>Der Film steht in einer Reihe mit Titeln wie <i>Contact,</i> dem großartigen <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/joaquin-phoenix-in-spike-jonze-oscar-film-her-12861850.html" target="_blank"><i>Her</i></a> von Spike Jonze, <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/cloud-atlas-lana-und-andy-wachowski-tom-tykwer-gelingt-epos-a-865283.html" target="_blank"><i>Cloud Atlas</i></a> oder <a href="http://www.zeit.de/kultur/film/2014-11/interstellar-christopher-nolan-film" target="_blank"><i>Interstellar</i></a>. Und ultimativ natürlich mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/2001:_Odyssee_im_Weltraum" target="_blank">Stanley Kubriks (und Arthur C. Clarkes) <i>2001</i></a>. In <i>Arrival</i> geht es um eine abenteuerliche Geschichte, die spektakulär mit der Landung von zwölf Raumschiffen beginnt. Die sich daraus entwickelnden Ereignisse sind ein Spiegel für den „State of the Union“ unseres Bewusstseins als Menschheit. Statt mit fiesen Laserwaffen anzugreifen machen die Aliens nämlich einfach – nichts. Sie sind nur da. Die Menschen auf allen Kontinenten hingegen entfalten ein Szenario, das an einen Spazierstock im Ameisenhaufen erinnert. Es passiert das, was heute die Standardantworten in der Politik sind: Man versucht, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, und dabei die anderen Nationen um sich herum nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Ein tödliches militärisches Arsenal wird aufgefahren. Schnelle, deutliche Antworten sind gefragt. Freies Denken ist nur möglich, solange es den Prämissen des Machterhalts nützlich sein kann. Der dritte Weltkrieg ist nur einen Atemzug entfernt.</p>
<h2>Kollektives Bewusstsein jenseits des dualistischen Denkens</h2>
<p>Vor Ort versuchen zwei Wissenschaftler – ein Physiker und eine Linguistin – mit den Außerirdischen Kontakt aufzunehmen, die tatsächlich einmal am Tag so etwas wie ein Sprechstunde haben. Das geht zunächst mühselig, denn wie spricht man mit Wesen, die <i>völlig anders </i>sind als man selbst? Es gelingt über das Entschlüsseln einer Schriftsprache. Immer mehr stellt sich aber im Laufe des Films heraus, dass die eigentliche Kommunikation nicht über Worte läuft. Die <i>Sprache</i> der Außerirdischen zu erlernen bedeutet gleichzeitig, in ihre <i>Art zu Denken</i> einzutauchen, und damit in ein kollektives Bewusstsein der anderen Art: Zeit verläuft hier nicht linear, sondern alles ist mit allem verbunden. Ursache ist Wirkung, Wirkung ist Ursache. Das Denken ist nicht dualistisch (also: entweder–oder, jetzt oder später, er oder ich), sondern schließt ähnlich einem <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kōan" target="_blank">Kōan</a> das Paradoxe mit ein.</p>
<p>Die Trennung zwischen Botschafter und Botschaft scheint durch die Begegnung mit den Außerirdischen aufgehoben. Die Linguistin beginnt in ihrer eigenen Geschichte Hinweise auf das zu entdecken, was ihr jetzt gerade begegnet. In unserem linearen Denken ist das natürlich unmöglich. In der kreisförmigen Wirklichkeit der Fremden aber völlig normal. Sie scheinen in einer Art permanenter Gegenwart zu leben, in der die Konsequenzen einer Entscheidung ebenso gegenwärtig sind wie die Entscheidung selbst. Will ich also ein anderes Ergebnis haben, verändere ich an der passenden Stelle die Handlung.</p>
<p>Parallel dazu laufen im Film die weltpolitischen Entscheidungen und Ereignisse im Hintergrund mit. Die Menschen reagieren mit Fragen, und viele reagieren mit Angst auf die Ankunft der Fremden. Die Aliens sind der Menschheit offensichtlich technologisch weit überlegen. Stellen sie also eine Gefahr dar? Die mysteriösen Raumschiffe, die wochenlang an Ort und Stelle schweben, werden plötzlich als Bedrohung gesehen. Den Aliens wird der Krieg erklärt …</p>
<h2>Bewusst werden</h2>
<p>Ein Roland Emmerich hätte an dieser Stelle mit wilden Schlachten voll auf die CGI-Tube gedrückt. Erfreulicherweise entscheidet sich Regisseurs Denis Villeneuve für Handlung statt für Effekte. Auf den Fernsehbildschirmen im Lagezentrum bei einem der Raumschiffe ist aber zu erkennen, wie die Lage langsam eskaliert. Am Ende muss die Mission abgebrochen werden. Die Aliens verlassen die Erde wieder. Gekommen waren sie, wie sie verraten, weil sie „in Tausend Jahren die Hilfe der Menschheit brauchen“ – also rechtzeitig, um einen Samen zu säen, der im veränderten Denken der Linguistin gesät wurde und letztlich den Kurs der Geschichte ändert.</p>
<p>Nun steht der Film nicht allein, sondern in der Reihe anderer Science-Fiction-Titel (siehe oben) in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Ähnliches gibt es in der Literatur und an anderen Stellen wie Wissenschaft und Kultur. Mir fällt auf, wie sich das Denken der Autoren und Regisseure – und damit ja unser aller Denken – in neue Gegenden vorwagt. Die liegen jenseits einer rein materialistischen Auslegung der Wirklichkeit. Darin ist die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es auf Ebene des Bewusstseins vielleicht noch viel mehr zu entdecken gibt als wir für möglich gehalten hätten. Also nicht da draußen, sondern in uns. Die Antwort liegt, das ahnen wir immer mehr, nicht im Schneller, Besser, Größer, sondern in der Art und Weise, wie wir die Welt sehen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/bewusst-werden/">Arrival: Bewusst werden heißt Entdecken</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://changingheart.de/bewusst-werden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Frau Angst, Herr Mut – Ängste überwinden</title>
		<link>https://changingheart.de/frau-angst-herr-mut-aengste-ueberwinden/</link>
					<comments>https://changingheart.de/frau-angst-herr-mut-aengste-ueberwinden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Oct 2016 09:20:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mehr Selbstvertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbewusstsein stärken]]></category>
		<category><![CDATA[Angst vor Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Lebensfreude]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Werde der du bist]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://wildandhome.eu/?p=562</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wie kann ich Ängste überwinden? Viele Ängste habe ich in meinem Leben überwunden. Die Angst, auf Fremde zuzugehen. Die Angst, vor dem Dunkeln. Die Angst vor Neuem. Die Angst vor Veränderung. Die Angst vor Erfolg. Die Angst, meine Gedanken und Empfindungen mitzuteilen. Die Angst vor Gott. Die Angst, er würde mich einfach fallenlassen. Diese Ängste [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/frau-angst-herr-mut-aengste-ueberwinden/">Frau Angst, Herr Mut – Ängste überwinden</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie kann ich Ängste überwinden? Viele Ängste habe ich in meinem Leben überwunden. Die Angst, auf Fremde zuzugehen. Die Angst, vor dem Dunkeln. Die Angst vor Neuem. Die Angst vor Veränderung. Die Angst vor Erfolg. Die Angst, meine Gedanken und Empfindungen mitzuteilen. Die Angst vor Gott. Die Angst, er würde mich einfach fallenlassen. Diese Ängste waren wie Mauern um mein Leben.</p>
<p>Es ist gut, dies Ängste bezwungen zu haben, wurde doch jedesmal meine Welt größer und meine Möglichkeiten vielfältiger. Ich wurde mehr zu mir selbst statt zu einem<a href="https://www.google.co.uk/search?q=bonsai+kitten&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwjM-_PH27vPAhWGbBoKHcJsBeIQ_AUICCgB&amp;biw=1153&amp;bih=1037" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Bonsai Kitten</a>, gefangen in erstickenden Enge fremder Ideen. Dennoch fühlt sich meine Angst an wie ein Brunnen, der nie versiegen wird, egal wie viel ich daraus schon geschöpft habe oder noch schöpfen werde.</p>
<h2>Lähmende Angst</h2>
<p>Frau Angst ist eine grimmige Türsteherin, die mich draußen halten will. Sie ist eine Lügnerin, der Zauberer von Oz: „Schaut nicht auf den kleinen Mann hinter dem Vorhang!” Sie ist ein lähmendes Gift, das alle Kraft aus mir saugt und mich zu ausgeschüttetem Wasser macht. Sie prügelt mit wildem Hass in meinen Magen und schreit mit schriller Stimme oder lähmt mit dämonischem Flüstern in meinen Gedanken. Sie errichtet großartige Fassaden mitten auf meinem Weg, die wir stark befestigte Städte aussehen. Sie ist eifersüchtig auf meinen Mut und diskreditiert ihn mit herablassenden Worten und Bildern. Die Angst macht mich klein und hasst es, wenn ich erwachsen werde. Sie will mich behalten im Kerker meiner Einsamkeit und mir weis machen, es gäbe keine wirkliche Welt – zumindest keine gute – außerhalb meiner selbst, meines Gefängnisses. Sie sagt mit arroganter Herablassung: „Diese Welt ist alles, was es gibt. Besser als das hier wird&#8217;s nicht mehr. Bleib wo Du bist.”</p>
<p>Sie reagiert mit wütendem Aufschreien, wenn ich versuche, an ihr vorbeizugehen. Sie zerrt an mir und hält mich fest, wütende Drohungen ausstoßend. Ängste überwinden mag sie gar nicht. Sie weint und bettelt, und möchte mein Herz brechen, indem sie von den schönen Zeiten im Gefängnis spricht, von der Geborgenheit und feuchten Wärme meines Kerkers. Sie malt pastellfarbene Bilder vergangener Grausamkeiten, schönt die Bitterkeit beißender Einsamkeiten als wären sie gemütlich eingerichtete Räume, in denen der Friede zuhause sei.„Was willst du rausgehen und sterben?”, fragt sie wie eine fürsorgliche Mutter. „Die Welt ist nicht für dich gemacht, denn du bist anders als die anderen. Schönheit ist eine Illusion, Freiheit ein Konstrukt. Sicherheit gibt es nur bei mir.” Sie ist eine Lügnerin, eine gemeine, blutsaugende Lügnerin.</p>
<h2>Herr Mut zeigt, wie du Ängste überwinden kannst</h2>
<p><figure id="attachment_565" aria-describedby="caption-attachment-565" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-565" src="https://wildandhome.eu/wp-content/uploads/2016/10/Frau-Angst-Herr-Mut_klein.jpg" alt="Mehr Selbstvertrauen finden" width="400" height="400"><figcaption id="caption-attachment-565" class="wp-caption-text">Foto: <a href="https://designerstueck.wordpress.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Julia Müller</a></figcaption></figure></p>
<p>Herr Mut kommt, und er sieht unscheinbar aus. Sein Gang ist aufrecht, sein Blick ist klar. Er ist kein Mann von vielen Worten. Bescheidenheit ist seine Tugend. Da ist etwas in seiner Stimme von überstandenen Sandstürmen in der Wüste, von sicher in den Hafen gelenkten Schiffen im Sturm, von überhängenden Bergmassiven, die mit Kraft, Geschick und Beharrlichkeit bezwungen wurden. Eine Weichheit vieler Niederlagen ist in seinem Ton, die Trauer um verlorene Länder und Freunde. Seine Augen glänzen, wenn er von der Schönheit eines Sonnenuntergangs in der Wüste spricht, von den fetten, saftigen Wiesen an Berghängen, der Kühle einer Bergquelle und dem weiten Blick auf See.</p>
<p>Er hält nichts in seiner Hand, denn er weiß, dass er nichts Neues fassen kann, wenn er nicht losgelassen hat. Seine Kraft liegt im Glauben, auch wenn sein Wissen enorm ist. An langen Abenden saß er am Feuer und hörte alte Erzählungen, betrachtete das Leben. Den Menschen blickt er offen in die Augen; er hört zu, und doch lässt er seinen scharfen Blick nicht von den Taten ablenken, er sieht auf die Früchte.</p>
<h2>Angst besiegen</h2>
<p>Herr Mut spricht leise, aber mit fester Stimme: „Mach doch mal den einen Schritt und erlebe, wie das Leben sich anfühlt. Du hast Beine, du kannst gehen. Du hast Arme, du kannst bewegen. Du hast Kraft, und Witz, und Wort, und Geist, und Herz: Du kannst verändern! Du bist du, nicht irgendwer. Die Angst droht Dir, Du würdest sterben, wenn Du weitergehst. Sie sagt: &#8218;Deine Ängste überwinden schaffst du nicht!&#8216; Dabei steht hinter der alten Frau Angst das satte Leben.” Herr Mut blickt Dich an. Er lächelt nicht, sein Ausdruck ist entschlossen. „Nimm meine Hand„, sagt er auffordernd, „und wir gehen jetzt gleich los.”</p>
<p>Wohin hat mich der Mut gebracht? Er hat immer wieder Türen geöffnet und mir geholfen zu sehen, um wie viel größer als meine Gedanken die Welt doch ist. Neue Länder, neue Menschen, neue Fertigkeiten &#8211; das verdanke ich ihm, dem Mut.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/frau-angst-herr-mut-aengste-ueberwinden/">Frau Angst, Herr Mut – Ängste überwinden</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://changingheart.de/frau-angst-herr-mut-aengste-ueberwinden/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vom Sterben das Loslassen lernen</title>
		<link>https://changingheart.de/vom-tod-das-loslassen-lernen/</link>
					<comments>https://changingheart.de/vom-tod-das-loslassen-lernen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Peter Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2016 09:04:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Loslassen]]></category>
		<category><![CDATA[Angst vor Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Lebendigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.web40.s70.goserver.host/wordpress/?p=474</guid>

					<description><![CDATA[<p>Im März 2015 traf ich mich mit zehn anderen Teilnehmerinnen auf dem Parkplatz in Furnace Creek, mitten im Death Valley. Ein zusammengewürfelter Haufen von Leuten aus Nordamerika und Europa. Auf den Toiletten im Besucherzentrum hingen warnende „Pee charts“, die darüber informieren, wie man anhand der Farbe des Urins den Grad der eigenen – lebensbedrohlichen – [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/vom-tod-das-loslassen-lernen/">Vom Sterben das Loslassen lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im März 2015 traf ich mich mit zehn anderen Teilnehmerinnen auf dem Parkplatz in Furnace Creek, mitten im Death Valley. Ein zusammengewürfelter Haufen von Leuten aus Nordamerika und Europa. Auf den Toiletten im Besucherzentrum hingen warnende „Pee charts“, die darüber informieren, wie man anhand der Farbe des Urins den Grad der eigenen – lebensbedrohlichen – Dehydrierung erkennen kann. Der Tod ist hier ein sehr fühlbarer Begleiter. Aber die Konfrontation mit dem eigenen Sterben war tatsächlich der Grund, weshalb wir mit Zelten und Rucksäcken hier auf dem Parkplatz warteten. Wir waren zu einer ganz speziellen <a href="https://wildandhome.eu/visionssuche/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Visionssuche</a> hierher gekommen, zu einer großen Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod.<br />
„<a href="http://schooloflostborders.org/content/great-ballcourt-initiation-fast-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Great Ballcourt</a>“ heißt dieses Seminar, angelehnt an die Tradition der Maja. Auf dem schaukelnden Rücksitz von Meredith Littles altem Toyota ging es über eine holprige Schotterpiste eine Stunde in die Berge des Death Valley, bis schließlich der Weg endete. Meredith und Scott Eberle würden uns mit ihrem Team in den nächsten zehn Tagen an die Schwelle aller Schwellen begleiten. Bei unseren Councils in der Wüste erfuhren wir viel über das Sterben und wie verschiedene Kulturen mit dem Tod umgehen. Mehr aber noch bereiteten wir uns darauf vor, selbst vier Tage draußen zu verbringen – in einer langen Begegnung mit dem Tod. Nach drei Tagen der inneren Auseinandersetzung und Vorbereitung würden wir dann in der Nacht sterben, so die Form dieses Rituals.</p>
<h2>Was passiert beim Sterben?</h2>
<p>Wie begegnet man dem Tod? Ich hatte mir das ja selbst ausgesucht. Weglaufen war also nicht die Antwort, oder verleugnen, so tun als ob nichts wäre. In den Monaten der Vorbereitung auf das, was da schließlich in den vier Tagen meiner Auszeit in der Wüste passieren sollte, hatte ich versucht, mir das vorzustellen. Wenn ich jetzt zurückdenke, fällt mir auf, dass die Auseinandersetzung mit dem Sterben schon viel früher begonnen hatte. Schon als Junge mit 11 oder 12 hatte ich mir versucht vorzustellen, wie das wohl ist, wenn ich tot bin. Damals ganz geprägt vom materialistischen Weltbild meiner Umgebung: Wenn man stirbt, ist man weg. Nichts. Nada. Ich versuchte mich ins Nichts hineinzudenken, konnte es aber nicht. Später wich das einer christlichen Vorstellung eines Lebens mit Gott in der Ewigkeit. Da war der Tod kein Verlust, sondern ein Gewinn. Allerdings – wenn’s ganz konkret und praktisch ums Loslassen ging, nützte mir das recht wenig.<br />
Wie also dem Tod begegnen? Man kann dem Tod nicht ausweichen. In meiner Vorstellung hatte er etwas Dunkles, Verschlingendes. „The Grim Reaper“ heißt der Sensenmann auf Englisch, der „düstere Schnitter“. Er säbelt mich aus dem Leben, steckt mich in den Sack des Vergessens, reißt mich aus dieser Welt. Unkontrollierbar. Wenn ich ihm schon nicht ausweichen kann, so wollte ich doch zumindest nicht ohne einen guten Kampf gehen. Drei Tage lang hatte ich mich fastend auf diese schicksalshafte Nacht vorbereitet, in der ich sterben sollte. Ich hatte mich der Endgültigkeit meines Todes gestellt. Einen Tag lang verbrachte ich in der „Sterbehütte“, nahm Abschied von wichtigen Menschen in meinem Leben. An einem weiteren sah ich mir mein bisher gelebtes Leben und die Dinge an, die ich getan (und nicht getan) hatte.</p>
<h2>Die Begegnung mit dem Tod</h2>
<p>Erstaunlicherweise, als diese dritte Nacht schließlich kam, saß ich im Frieden mit mir gegen einen Felsen gelehnt unter dem mächtigen Sternenhimmel. Ich war erstaunlich ruhig. In Gedanken malte ich mir aus, wie es wohl wäre, wenn ich sterben würde. Ein anderer würde in meiner Wohnung wohnen. Meine Kinder würden meinen Besitz unter sich aufteilen, den größten Teil vermutlich verkaufen, verschenken oder wegwerfen. Die Menschen, denen ich wichtig bin, würden von mir sprechen. Eine Weile würde ich immer wieder mal in Gesprächen auftauchen. Und dann würden auch diese Menschen irgendwann vergessen oder sterben und das, was Peter war, gehört dann endgültig der Vergangenheit an. Das ist der Gang der Dinge. Es war ein friedliches Betrachten dieser unabwendbaren Entwicklung. Zwischendurch schlich sich auch der Gedanke ein, dass das ja alles „nur ein Ritual“ sei und ich natürlich nicht wirklich sterben würde.<br />
Als der Tod dann aber mitten in der Nacht kam, geschah das so sanft und leise, dass ich es erst am nächsten Morgen wirklich begriff. Alles wird mir genommen, so hatte ich mir das vorgestellt. Tatsächlich war es ein Aufgehen in etwas Größerem. Es war so, als würde der würzige Wüstenwind den Duft dieser einen großen gelben Blume mitnehmen, die in dem ausgetrockneten Bachbett vor mir blühte. Als käme der Ozean und nähme eine Welle mit. Als würde eine Symphonie spielen und diesen Ton in sich aufnehmen, der ich war. Das alles war so unspektakulär und schön wie ein langes, entspannendes Ausatmen.</p>
<h2>Loslassen lernen</h2>
<p>Als Flüchtlingskind habe ich den Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle über das Chaos des Lebens buchstäblich mit der Muttermilch aufgesogen. Meine Mutter war ein Kriegsflüchtling, ganz ähnlich wie die vielen Menschen, die zur Zeit aus Syrien oder dem Irak zu uns kommen. Deshalb hat sie „Sicherheit“ zum wichtigsten Wort in ihrem Leben gemacht. Daraus ist eine Einstellung zum Leben erwachsen, die für alles vorsorgen möchte. Diese Illusion, das Leben kontrollieren zu können, sich gegen alle Eventualitäten absichern zu können, war für den größten Teil meines Lebens auch meine Strategie.<br />
Damit stehe ich da ja nicht allein da. Der Wunsch nach Sicherheit durchzieht unsere öffentlichen Debatten, die Art und Weise, wie wir arbeiten und Arbeit organisieren – eigentlich fast jeden Aspekt unserer Kultur. Und unser persönliches Leben, unsere Beziehungen. Wie wir uns hinauswagen oder nicht hinauswagen. Wild sein? Oder doch lieber auf Nummer sicher gehen?<br />
Einer der großen Aha-Momente nach der Erfahrung im Death Valley kam zwei Wochen danach bei einer Wanderung durch die Muir Woods mit ihren <a href="https://www.google.co.uk/search?q=muir+woods&amp;biw=955&amp;bih=610&amp;source=lnms&amp;tbm=isch&amp;sa=X&amp;sqi=2&amp;ved=0ahUKEwi7zZvX_8PNAhUF2xoKHW5RCGMQ_AUIBygC" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gigantischen Redwoods</a>. Als wir von unserem Zeltplatz hinab in den Park stiegen, vorbei an immer größeren Bäumen, fiel mir der Unterschied auf zwischen dieser üppigen, grünen Landschaft und der kargen Wüste, in der ich zuvor gewesen war. Unter dem Grün war auch hier nur Fels. Darüber liegt Erde. Sie ist aber nichts anderes als der Überrest von Pflanzen und Tieren, die hier einmal gelebt haben. Deren Tod ist nun zur Grundlage für neues Leben geworden.</p>
<h2>Keine Angst vor Veränderung</h2>
<p>Mit einem Mal konnte ich sehen, wie alles seine Zeit hat, und es gut ist, dass Dinge sterben, damit Raum für Neues gemacht wird. Die Idee, alles sei aus, wenn etwas stirbt, ist ein Konstrukt unserer Vorstellung. In dem Wald, durch den ich ging, gab es keine leere Stelle. Selbst ein umgestürzter Redwood, der über hundert Jahre braucht, um zu verrotten, ist ein Lebensraum für Tausende von Tieren und Pflanzen. Sterben ist Veränderung, Erneuerung – und Chance. Die Chance, das Leben noch einmal neu, anders anzugehen.<br />
Diese andere Sicht auf das Loslassen, das Gehenlassen, hat meine Perspektive verändert. Es fällt mir leichter, mit Veränderungen umzugehen. Meine Pläne über den Haufen zu werfen – oder vielleicht ja besser neu zu ordnen und nach Möglichkeiten in geänderten Umständen Ausschau zu halten. Dinge und Menschen ziehen zu lassen ist nicht das Ende. Es ist das Ende dieser Zeit, die schön war und vielleicht auch leidvoll. Und es macht Platz für das Leben, das diese Lücke mit Neuem füllen möchte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://changingheart.de/vom-tod-das-loslassen-lernen/">Vom Sterben das Loslassen lernen</a> erschien zuerst auf <a href="https://changingheart.de"></a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://changingheart.de/vom-tod-das-loslassen-lernen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
